Die Sage zu Hl. Blut

Entnommen aus "historisch-topographische Beschreibung des köngl. Landgerichts Erding" von B. Zöpf aus dem Jahr 1856

 

 

"Im Jahre 1417 kamen ein Paar Bauersleute aus dem an hl. Blut anliegenden Dorfe Klettheim in ihrem Gespräche auf ihre Vermögensumstände, da der eine wohlhabend, der andere aber arm war.

 

Der Arme fragte nun den Reichen: wie er's denn mache, dass das Glück ihn so begünstige, während ihm, selbst bei aller angewandten Mühe in seinem Hauswesen nichts Gedeihliches ersprießen wolle. Der Vermögliche gab dem also Klagenden zur Antwort: Er glaube, sein Glück rühre davon her, weil er in seinem Schreine das allerheiligste Sakrament des Altars aufbehalten habe (in dem Schreine seines Herzens nämlich, wie er gewiss verstanden wissen wollte). Allein der Arme nahm in seiner Einfalt die Rede anders, wie sein Benehmen zeigte. Er meinte einen wirklichen Schrein oder Kasten im Hause, und beschloss durch ein gleiches Mittel wie sein Nachbar zu einer gleichen Glückseligkeit zu kommen. Die Gelegenheit bot sich ohnehin bald dazu durch die nahe Osterzeit.

 

In solchen Gedanken, eine hl. Hostie nach Hause zu bringen, begab er sich am grünen Donnerstag nach Altenerding, das nicht 1/4 Stunde entfernt liegt, und empfing die österliche Kommunion in der dortigen Pfarrkirche.

 

Der Einfältige verbarg die hl. Hostie in ein Tüchlein und ging damit endlich nach Hause, voll Freude, diesen Schatz in seinem Hauskasten aufzubewahren, um mit dem Allerheiligsten in seinem Hause gesegnet zu werden.

 

Indessen hatte es der göttlichen Vorsehung gefallen, seinem ungeziemenden Vorhaben entgegen zu treten. Als der Bauersmann freudigen, aber auch schüchternen Gemütes mit dem verborgenen Abendmahl an den Ort kam, wo jetzt zwischen Erding und Altenerding das Gotteshaus zum hl. Blut steht, entwich ihm die hl. Hostie so wunderbar, dass dieselbe lang ihm sichtbar in den Lüften schwebte und endlich auf die Erde sich niederlassend ihm aus den Augen kam.

 

In seinem Innern ergriffen, geängstigt und beunruhigt, konnte der Mann mit treuer Seele nun nicht anders, als den Vorfall seinem Pfarrherrn mitzuteilen.

 

Dieser kam mit seinem Pfarrvolke an den Ort, wo die hl. Hostie wieder sichtbarlich emporstieg, dann aber wieder in die Erde versank, ohne sich fassen zu lassen.

 

Auf den pfarrlichen Bericht über diese wunderbare Sache kam der Bischof von Freising mit seinem Domkapitel dahin, und während sie nebst dem zahlreich versammlten Volke beteten, erschien die hl. Hostie auch diesmal schwebend in der Luft, und versank endlich wieder in die Erde, ohne dass die Erhebung möglich wurde."

 

 

 

In dem Kalender für katholische Christen von 1852 wird unter anderem folgendes hierzu beschrieben:

 

"Der Herz-Jesu-Altar ist in der Gruft. Aus dem Boden unter diesem Altare, wo 1417 die hl. Hostie versank, nehmen Andächtige gerne etwas Erde. Auch das frische Wasser des nahen Brunnens wird für heilsam gehalten. Endlich wird daselbst auch besonders ein Bild von Christus dem Herrn verehrt, wie er die heiligen fünf Wunden zeigt."

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Stand: 16.11.2017

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